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Damit Sie sich zuhause fühlen.

Spar- und Bauverein Wetzlar-Weilburg eG

Am 14. Juli 1904 wurde die Baugenossenschaft Spar- und Bauverein Wetzlar-Weilburg eG gegründet, mit dem Bestreben, den Mitgliedern zeitgemäße und preiswerte Wohnungen zur Verfügung zu stellen.

Unsere Liegenschaften befinden sich im Lahn-Dill-Kreis und im Landkreis Limburg-Weilburg. Gegenwärtig beläuft sich unser Wohnungsbestand auf 1.285 Wohneinheiten. Davon unterliegen 253 der öffentlichen Bindung. Seit vielen Jahren messen wir der Werterhaltung und Modernisierung große Bedeutung zu. Gewandelte Wohnbedürfnisse, wie die Nachfrage nach Balkonen, und neue Techniken sind hierfür der Maßstab.

Derzeit haben wir über 2.100 Mitglieder. Besonders stolz sind wir darauf, dass die gute Nachfrage nach unseren Genossenschaftswohnungen unvermindert anhält.

Spar- und Bauverein Wetzlar-Weiburg eG
Geschichte

Spar- und Bauverein Geschichte, Römerstraße

Spar- und Bauverein Geschichte

Spar- und Bauverein Geschichte

Gründung

Die schlechten Wohnverhältnisse waren es, die 50 Wetzlarer Bürger dazu brachte, die Genossenschaft zu gründen. Zweck war  „… gesunde und zweckmäßig eingerichtete Wohnungen zu billigen Preisen unbemittelten Familien zu verschaffen.“

Durch Kontakte zu Genossenschaften anderer deutscher Industriezentren wurden die Herren auf die Ideen von Victor Aimé Huber, des Wegbereiters genossenschaftlichen Wohnens, aufmerksam. Solidarischer Zusammenschluss, kollektive Haftung und die prinzipielle Ablehnung jeder Staatssubvention waren seine Maxime.

Bereits 50 Jahre zuvor hatte er erkannt, dass insbesondere Industriearbeiter im Zuge der fortschreitenden Industrialisierung auf einem dem freien Spiel der Kräfte überlassenen Markt auf der Strecke blieben. Seine Vorstellung war, dass viele Menschen in preiswerten, zeitgemäßen Wohnungen leben könnten. Die Häuser sollten diese Personen dann selbst verwalten und sich gegenseitig unterstützen sowie erwirtschaftete Gewinne wieder in neue Wohnungen investieren.

Im Mai 1904 wurde das Statut einer Kooperation unterzeichnet. Geschäfts­anteil und Haft­summe betrugen jeweils 300 Mark und die Höchst­zahl der Geschäfts­anteile wurde auf sechs je Mitglied beschränkt. Die Ein­tragung in das Genossen­schafts­register erfolgte dann am 14. Juli 1904 unter der Firma „Spar- und Bauverein eingetragene Genossen­schaft mit beschränkter Haftpflicht.“ Damit war die Genossen­schaft auch rechtlich entstanden.

1904-1945

Bereits im ersten Jahr entstandene Verluste schmälerten das Genossenschaftsvermögen. Fremdkapital war nur schwer zu bekommen. Doch allen Widrigkeiten zum Trotz wurde an den genossenschaftlichen Idealen festgehalten.

Erst nachdem es gelungen war, die Stadt Wetzlar und ansässige Industrieunternehmen zum Erwerb von Genossenschaftsanteilen zu bewegen und im selben Zuge deren Vertreter in die genossenschaftlichen Organe einzubinden, entspannte sich die schwierige wirtschaftliche Situation. 1906 konnten die ersten Wohnungen von Mitgliedern bezogen werden. Während des 1. Weltkrieges wurde die Bautätigkeit eingestellt, um danach sofort wieder fortzufahren.

Statut des Spar- und Bauvereins 1904
Statut des Spar- und Bauvereins 1904

Spar- und Bauverein Geschichte, Ulmensteinstraße
Ulmensteinstraße

Spar- und Bauverein Geschichte, Formerstraße
Formerstraße

Spar- und Bauverein Geschichte, Stoppelberger Hohl
Stoppelberger Hohl

In den Jahren 1919/1920 wurde von der Stadt Wetzlar mit der Bebauung der Formerstraße eine große Siedlungsanlage konzipiert, die richtungweisend für die Stadtentwicklung war. In zwei Reihenhausbauten beiderseits der Formerstraße wurden ein- und zweigeschossige Gebäude errichtet.

Die einzelnen Wohnungen waren im Charakter von Einfamilienhäusern konzipiert. Außerdem gehörte zu jeder Wohnung ein Stück Gartenland. Leitmotiv der damaligen Planer war die auch heute wieder viel diskutierte Symbiose von Wohnen, Arbeiten und Kultur. Die Bewohner sollten ohne große Wegezeiten zu ihren Arbeitsstätten gelangen. 1921 erwirbt die Spar- und Bauverein Wetzlar-Weilburg eG diese Reihenhausanlage von der Stadt Wetzlar und kann damit weitere Mitglieder mit Wohnraum versorgen.

Auf der Grundlage eines deutschlandweiten städtebaulichen Wettbewerbs errichtete die Genossenschaft 1920 auf der Stoppelberger Hohl Wohnungen in zweigeschossigen Gebäuden. Bewusst wurde diese Bauweise gewählt, um die in Großstädten üblichen Mietskasernen zu vermeiden und den Mietern das Wohnen so angenehm als möglich zu machen. Die Frage der Finanzierung führte auch bei diesem Projekt den Verantwortlichen der Genossenschaft wieder einmal ihren begrenzten Handlungs­spielraum vor Augen. Nur durch die Unterstützung der Stadt Wetzlar mittels Darlehensgewährung und Bürgschaftsübernahme konnte das Projekt realisiert werden.

Erschwerend kam für die Genossenschaft die Geldentwertung hinzu, die kaum vorstellbare Dimensionen erreichte. Beinhaltete der Jahresabschluss zum Ende des Jahres 1923 noch astronomische Bilanzzahlen, brachte die Goldmarkbilanz zum 1. Januar 1924 einen gravierenden währungsbedingten Einschnitt. Das Eigenkapital  der Genossenschaft und die Spareinlagen der Mitglieder wurden fast vollständig vernichtet. An eine weitere Neubautätigkeiten war somit zunächst nicht mehr zu denken.

1946-1989

Die Bilanz am Ende des zweiten Weltkrieges war erschütternd. Wetzlar wurde durch Bombenangriffe hart getroffen. Bei der Genossenschaft waren 75 Wohnungen in 19 Häusern völlig zerstört und hunderte weitere Wohnungen zum Teil schwer beschädigt. Zur Instandsetzung erforderliches Material war Mangelware. In dieser unmittelbaren Nachkriegszeit stand der Wiederaufbau der zerstörten Gebäude im Vordergrund und die Genossenschaftsidee erlebte eine wahre Renaissance: Im Bewusstsein der Selbstverantwortung für das gemeinschaftliche Eigentum wurden die dringendsten Reparaturen durch die Mitglieder selbst durchgeführt, um die Wohnungen wieder bewohnbar zu machen.

Das erste Wohnungsbaugesetz aus dem Jahr 1950 ist der Beginn des sozialen Wohnungsbaues. Die Wohnungsbauförderung wurde öffentlicher Auftrag und Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern.

Spar- und Bauverein Geschichte, 50er Jahre
50er Jahre

2015: Sanierung Stoppelberger Hohl 25 und 27
2015: Sanierung Stoppelberger Hohl 25 und 27

seit 1990

Mit der Aufhebung des Wohnungsgemeinnützigkeitgesetzes zum 31.12.1989 trat die Spar- und Bauverein Wetzlar-Weilburg eG in die Steuerpflicht ein. Nur aufgrund hoher Verlustvorträge, resultierend aus dem Bewertungsansatz der Immobilien, können bis heute Steuerzahlungen weitestgehend vermieden werden. Alle unternehmensstrategisch zu treffenden Entscheidungen sind nun sowohl am genossenschaftlichen Förderzweck und auch unter steuerlichen Gesichtspunkten zum Wohle der Mitglieder zu treffen.

Der letzte Neubau von Mietwohnungen erfolgte im Jahr 2000. Rechtliche Vorschriften und das vorherrschende niedrige Mietpreisniveau machen derzeitig die Errichtung von Mietneubauten weitestgehend wirtschaftlich uninteressant.

Nachdem in den letzten 10 bis 15 Jahren die Wohnungen in den Häusern zu rund 70% saniert worden sind (und auch weiterhin immer noch werden), wird derzeitig das Hauptaugenmerk auf die energetische Sanierung der Häuser gerichtet. Dieses begründet sich zum einem aus den gestiegenen Kosten für Energie, zum anderen aber auch ganz einfach aus dem Zustand der Häuser.

Die Aufwendungen hierfür können zu einem großen Teil aus Eigenmitteln getragen werden, was deutlich macht, dass es sich in den heutigen Tagen bei der Spar- und Bauverein Wetzlar-Weilburg eG um eine wirtschaftlich gesunde Genossenschaft mit ausreichenden Rücklagen handelt.

Organe

Aufsichtsrat

Roland Esch, Vorsitzender, Bürgermeister, Aßlar Jochen Hedderich, stv. Vorsitzender, Rechtsanwalt, Wetzlar

Dieter Burchards, Steuerfachwirt, Aßlar
Manfred Heep, Bürgermeister, Beselich

Andrea Simon, Amtsleiterin, Ober-Mörlen
Prof. Dr. Katja Silbe, Professorin, Leun

Vorstand

Thorsten Köhler, Geschäftsführer, Solms

Rita Vogt, Bilanzbuchhalterin, Schöffengrund

Rita Vogt, Vorstand

Amtsperioden der Vorstandsmitglieder

Jakob Althoff, Schneidermeister
1904-1906

Johann Bachmann, Zuschneider
1914-1933

Karl Heinz Bauer, Oberamtsrat
2000-2013

Wilhelm Berghäuser, Abteilungsleiter
1969-1977

Dr. Friedrich Buch, Bürgermeister
1944-1945

Josef Durnwalder, Ass. Geschäftsführer
2005-2013

Ulrich Ehret, Geschäftsführer
1982-2005

Heinrich Einolff, Schlosser
1904-1905

Emil Erdmann, Optiker
1904-1915

Reinhold Felber, Beruf nicht bekannt
1906-1911

Wilhelm Frangen, Beruf nicht bekannt
1906-1909

Ewald Galonska, Oberamtsrat
1979-1999

Heinrich Gemmecke, Zahlmeister
1933-1935

Ferdinand Gerlach, Beruf nicht bekannt
1909-1923

Franz Gottwald, Handschuhmacher
1904-1905

Jochen Hedderich, Rechtsanwalt
2005

Wilhelm Henrici, Stadtbauamtmann
1947-1968

Erich Heyer, Geschäftsführer
1947-1979

Karl Horn, Oberbürgermeister
1938-1943 u. 1945

Walter Kleemann, Stadtbaurat
1920-1924

Thorsten Köhler, Geschäftsführer
seit 2006

Michael Leiner, Mechaniker
1914-1916

Gustav Locke, Maschinenmeister
1945-1948

Ottokar Lorenz, Architekt
1978-2000

Konrad Peters, Regierungsoberinspektor
1960-1972

Emil Poppe, Krankenkassenbeamter
1924-1932

Reinhard Richter, Beruf nicht bekannt
1908-1909

Carl Rompf, Immobilienmakler
1911-1937

Joh. Georg Schneider, Stadtamtmann
1944

Willi Semke, Postinspektor
1933-1945

Friedrich Stritzke, Postinspektor
1934-1943

Karl Theiß, Optiker
1949-1959

Rita Vogt, Bilanzbuchhalterin
seit 2005

Jakob Walther, Optiker
1904-1905

Oskar Weckmüller, Mechaniker
1904-1911

Max Weise, Werkführer
1916-1931

Carl Winkelmann, Stadtrat
1927-1933

Frank Zorn, Oberamtsrat
1973-2005